Kurztest. Volvo S80
Zeitlose Eleganz in der oberen Mittelklasse
Von Friedhelm Holleczek & Petra Grünendahl
Kantig, praktisch, gut, vor allem aber sicher – das war einmal das Image der Volvos aus Schweden. Damit verkauft man heute keine Autos mehr. Schon gar keine im Luxus-Segment. Schon mit dem Design des S80 der ersten Generation hatte sich Volvo von den Ecken und Kanten weitgehend verabschiedet. Die zweite Generation, die 2006 auf den Markt kam, wurde noch ein wenig eleganter und runder in der Linienführung.
Der S80 der zweiten Generation wurde von Grund auf neu entwickelt, nur der Name ist alt. Er steht auf der gleichen technischen Plattform wie der Galaxy und der S-Max von Konzern-Mutter Ford. Skandinavischer Luxus im Premium-Segment – verspricht die Werkslyrik. Das fängt an bei der äußeren Erscheinung. Ähnlichkeiten mit den kleineren Brüdern sind gewollt. Jetzt gibt es kaum noch Ecken und Kanten. Alles ist rund und geschwungen. Innen dominieren klare Linien, klar mit abgerundeten Ecken.
Übersichtliche Bedienelemente machen das Fahren zur Freude für Augen und Tastsinn. Eine Freude auch die körpergerechten Sitze, die das Reisen bequem machen – auf allen Plätzen und auch für große Leute. Über Beinfreiheit braucht man nicht zu reden, die hat man einfach im S80! Die Materialen sind hochwertig, die Verarbeitung ohne Tadel. Klappern gehört zwar sprichwörtlich zum Handwerk, aber nicht in einen Volvo S80. Der Kofferraum fasst 480 Litern und lässt sich durch Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitze vergrößern. Wer mehr braucht, kann sich ja das Kombi-Pendant V70 anschaffen (575 bis 1.600 Liter), das 2007 auf dem Markt kam.
Das eigentlich Neue am S80 ist nicht wirklich sichtbar. Unter der Haube arbeitet in der Topversion erstmals ein quer eingebauter V8 Motor und 4,5 Litern Hubraum. Mit satten 315 PS treibt die Sechsgangautomatik die 1,7 Tonnen schwere Limousine in 6,5 Sekunden auf Tempo 100 und beendet die Beschleunigung bei 250 km/h Spitzengeschwindigkeit. Dabei hört man vor allem Abrollgeräusche der Reifen und den Wind. Der streift angenehm leise um die Karosse. Der Durchschnittsverbrauch wird vom Werk mit 12,2 Litern Superbenzin angegeben. Nicht wenig. Bei Testfahrten in Schweden waren freilich mehr als 110 km/h gesetzlich nicht erlaubt. Der Bordcomputer zeigte dabei einen Verbrauch von knapp 10 Litern auf 100 Kilometer an. Auf deutschen Autobahnen und bei freier Fahrt könnten die Eindrücke anders sein. Die Straßenlage ist dank des serienmäßigen Allradantriebes präzise und vermittelt jederzeit ein sicheres Gefühl.
Auch sehr souveränen Vortrieb garantieren ein Sechszylinder mit 238 PS aus 3,2 Litern Hubraum sowie ein 3-Liter-Turbo-Reihensechser mit 285 PS. Die großvolumigen Ottomotoren sind alle nur mit der Sechsgangautomatik Geartronic verfügbar. Eine wichtige Rolle spielt auch der Fünf-Zylinder-Diesel, der mit 163 bzw. 205 PS zu haben ist. Als Durchschnittsverbrauch gibt Volvo 6,4 Liter beim schwächeren und sogar nur 6,2 Liter beim stärkeren Motor an – allerdings mit manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe. Die Geartronic ist aber auch mit diesen Motoren bestellbar. Kleinere Motoren mit bis zu zwei Litern Hubraum und einem Einstieg bei 136 bzw. 145 PS (Diesel/Benziner) runden die Motorenpalette nach unten ab.
Praktische elektronische Helfer runden das Bild des Sicherheits- und Luxus-Anspruchs ab. Nur einer von Vielen ist das radargesteuerte Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystem. Bei eingeschaltetem Tempomaten hält die Elektronik nicht nur die Geschwindigkeit, sondern bremst das Fahrzeug mit sicherem Abstand auf das Tempo des Vordermannes ab. Beschleunigt aber auch, wenn die Spur wieder frei wird. Für Kolonnenverkehr ein wichtiges Sicherheitselement, das stressfreies Fahren ermöglicht. Ein anderer Helfer – BLIS genannt – überwacht den toten Winkel neben dem Fahrzeug und warnt. Leider gibt es noch oft Fehlalarm – besonders bei Regen.
Geblieben vom alten Image sind die Sicherheit, das Gute und das Praktische. Hinzugekommen ist das Angenehme, das Volvo gern skandinavischen Luxus nennt. Und damit kann sich der Schwede mit den Besten der Klasse messen. Bei Volvo ist man überzeugt, fast die Hälfte als Neukunden anderen Herstellen abnehmen zu können. Ab 32.070 Euro steht der S80 in der preiswertesten Version in den Preislisten der Händler. Man darf aber auch locker über 70.000 Euro hinblättern, je nach Motor und Ausstattung.
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Über Petra Grünendahl
Erfahrener Journalist mit einem Gespür für Themen, Geschichten und Bilder, aber auch Inhalte und klare Worte. Mit fachübergreifender Denke, Redaktionsverantwortung und einem Blick für Zielgruppen. Generalist mit Special Interests (Fachjournalist), Kommunikationsexperte, Öffentlichkeitsarbeiter und Netzwerker.
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